Daten & Fakten

An- und Neubau Museumsgebäude

Bauherr: Franz Marc Museumsgesellschaft mbH

Ort: Kochel am See

Generalplanung:

Nutzung: Museum

Wohneinheiten:

Bruttogeschossfläche: 1850 m²

Fertigstellung: 2005

2. Preis Wettbewerb

Franz-Marc-Museum, Kochel am See

Ein neues Gebäude kann eine selbstbewusste Aussage treffen und dennoch nicht in Konkurrenz zum Bestand stehen, indem es so anders ist, dass Alt und Neu nicht vergleichbar sind. Die Bauaufgabe des Franz Marc Museums ist ein wenig vergleichbar mit dem Bauen im denkmalgeschützten Bestand. Im Allgemeinen bestehen zwei Möglichkeiten, auf Bestand in angemessener Weise zu reagieren. Erstens durch Anpassung, also der weitestgehenden Angleichung an die Architekturmittel der Vergangenheit, was nur durch sehr große Konsequenz und meist hohen Mittelaufwand glaubhaft wird. Oder durch den Weg des Kontrastes, der genauso konsequent vollzogen werden will. Das Ergebnis ist ein bewusst und selbstsicher gesetztes Zeichen der Zeit, in der ein Gebäude entstanden ist. Das neue Franz Marc Museum ist kontrastierend ausgerichtet und vom Altbau deutlich abgesetzt. Die einfache Bauform als Quader beinhaltet keinen Schmuck oder formale Schweife und ist nur auf das Wesentliche reduziert. Sie ist nichts als die Hülle für eine sehr vielfältige Kunst. Die Architektur bedient sich der einfachen Aussagekraft moderner Materialien – Aluminium und Glas. Dadurch, dass Wand, Boden und Decke des Quaders in einem Material gebaut sind, ist das Museum tatsächlich ein Quader. Das neue Museum begegnet auf diese Weise dem Altbau gerade zu skulptural. Neu- und Altbau sind mit einem weiteren kubischen Bauteil miteinander verbunden. Die vor die Giebelseite des alten Gebäudes gesetzte Eingangshalle mit der großen Glasfront verbindet nicht nur die beiden Häuser sondern integriert den Altbau in das neue Konzept, fast wie ein erstes Exponat, das dem Besucher präsentiert wird. Es ist ein wenig wie die Begegnung der Früh- und Spätwerke von Franz Marc. Die naturalistische Darstellungsform neben der abstrakten. Die Zurückhaltung der Architektur in den Ausstellungsräumen, deren Reduktion auf das Minimale, ist ausschlaggebend für ein konkurrenzloses Beisammensein von Bauwerk und Kunst. Das Museum hatte seinen Auftritt für den Besucher bereits, als er darauf zukam und es betrat. Im Innenraum herrscht nur die Kunst. Der Ausstellungsbereich im inneren des Kubus´ ist eine Folge von äußerst minimalistischen Räumen. Die Wände sind weiß, der Boden ein Schaumaluminium mit einer strapazierfähigen Kunstharzauflage. Hier steht die Kunst im Vordergrund.

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